Webdesign-Secrets 2: Ihre Webseite muss nicht zwangsweise gut aussehen

Veröffentlicht am 14. Oktober 2011 von Markus Härtig. Abgelegt in Kategorie: Usability, Webdesign | 2 Kommentare »

Das ist natürlich keine Idee, die gerne angenommen wird und viele Webdesigner werden an dieser Stelle bereits aufhören weiterzulesen. Aber es ist eine Tatsache. Eine wunderschöne Webseite muss nicht zwangsweise auch die bessere sein!

Vergleichstests haben gezeigt, dass manchmal geradezu hässliche, billigaussehende Designs ein professionelles Layout glatt übertreffen können.

Warum?

Die Kernaufgabe einer jeden Webseite ist es, die Kommunikation zu erleichtern - das Teilen von Informationen zwischen der Webseite und dem Besucher. Ein aufdringliches Design kann da der Kommunikation in die Quere kommen.

Das Design Ihrer Webseite kann entweder die Botschaft, die Sie mitteilen möchten, unterstützen, indem es die Aufmerksamkeit auf die eigentliche Aussage lenkt oder es kann die Aufmerksamkeit von der Botschaft abziehen, in dem es die Aufmerksamkeit eben auf sich selbst lenkt! Möchten Sie Ihr Design präsentieren oder etwas vermitteln (oder verkaufen)?

"Ein Unterwäschemodel ist mit Sicherheit schön anzusehen. Sie würden Ihr aber nicht unbedingt die Verantwortung übertragen, wenn es darum geht, auf einer Kreuzung den Verkehr zu regeln. Das würde wahrscheinlich zu Unfällen führen. Sie sehen, dass tolles Aussehen in manchen Fällen kontraproduktiv sein kann, da es vom Wesentlichen ablenkt!"

Zusätzlich zur harten Informationsvermittlung über die Inhalte (Fakten), muss Ihre Seite auch noch den richtigen Eindruck hinterlassen. Das ist die weiche Kommunikation: Das Gefühl der Seite und der Eindruck der Marke, die dahinter steht.

Abhängig von der Marke und der Persönlichkeit, die Sie verkörpern und transportieren möchten, kann das Design Ihrer Webseite sehr unterschiedlich ausfallen.

Wenn Sie beispielsweise exklusive Handwerkskunst präsentieren möchten, dann werden Sie eine Webseite wollen, die genau diese Werte verkörpert. Wenn Ihre Seite aber Billig-Verkäufe  (Discount-Sales) vertreibt - ganz egal, ob es sich um Schuhe, Computer, Reisen oder Versicherungen handelt – sollte Ihre Webseite diese Werte wiederspiegeln.

In diesem Fall wird eine billige Seite, die nicht danach aussieht, als hätte sie tausende von Euros verschlungen, wesentlich besser/mehr verkaufen, als eine wirklich edle.

Denken Sie daran, dass Sie Ihre Besucher nicht wegen des tollen Designs auf Ihrer Seite haben möchten (Es sei denn, genau das ist Ihr Ziel. Wenn Sie beispielsweise Ihr Portfolio präsentieren möchten oder Künstler sind und die Seite als Referenz dienen soll), sondern weil Ihre Besucher mit den Informationen und dem Angebot auf Ihrer Seite interagieren sollen.

Gestalten Sie also Webseiten, die eine einfache Interaktion ermöglichen, bevor Sie sich zu viele Gedanken über eine hinreißende Optik machen. Usability kann Teil des Gestaltungsprozess sein. Ein tolles Aussehen ersetzt aber niemals eine gute Nutzbarkeit (Usability).

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Kommentare (2) -

  1. detlev artelt detlev artelt sagte:

    Hallo,

    da möchte ich VOLL zustimmen. Leider finden sich immer wieder "durchgestylte" Designer Websites, die unheimlich toll aussehen, aber bei denen Dank dem Designer-Tool Flash noch nicht mal ein Copy und Paste funktioniert.

    Wir sind genau an dieser Stelle gerade mit unserer eigenen, lange vernachlässigten, Website beschäftigt und werden gern den einen oder anderen Impuls einfließen lassen.

    Wo bekommt man denn am besten "häßliche" Bilder?  Wink

    Gruß Detlev Artelt

    1. Markus Härtig Markus Härtig sagte:

      Hallo Detlev,
      für eine geeignete Bildauswahl, bietet es sich an, diverse Bilddatenbanken zu durchsuchen.

      Hier gibt es beispielsweise istockphoto, shutterstock, fotolia, gettyimages, uvm. Aber auch kostenfreie Varianten wie pixelio, piqs oder photoopia sind im Netz zu finden. Einfach mal googlen. aboutpixel wäre eine Mischform. Hier muss man die Verwendungsrechte der Bilder mit Credits erwerben, bekommt aber täglich 2 Gratis-Credits. Alles darüberhinaus muss bezahlt werden.

      Wer kreativ genug ist, kann sich auch seine Kamera schnappen und eigene Fotos schießen oder mit Photoshop und Co. Grafiken erstellen, die dann im Web verwendet werden.

      So oder so ist es wichtig, dass die verwendeten Bilder ein visueller Anker sind. Sie sollen Interesse wecken und den Betrachter zum Weiterlesen animieren. Darüberhinaus sollten sie den Inhalt wiederspiegeln und die Botschaft stützen. Bilder sollen anziehen, aber nicht ablenken. Sie sollen führen!

      Aber über solche und ähnliche Weisheiten werden Sie in der Webdesign-Secrets Serie noch lesen können. Bis zur nächsten Ausgabe am Freitag.

      Beste Grüße
      Markus Härtig

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